Monitoring-Komitee tagt in Karlsruhe
Am 3. März 2026 hat das Monitoring-Komitee des Programms Interreg VI A Oberrhein in Karlsruhe getagt und dabei zwei Robotik-Projekte an der Hochschule Karlsruhe in den Mittelpunkt gestellt. Robot Hub Transfer und Robot Hub Academie werden gemeinsam mit 3,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. 1Robotics in Action: explore cross-border R&I in the Interreg Upper Rhine area Beide Vorhaben laufen seit 2023 und enden im September 2026.
Transfer: Robotik-Piloten für den Mittelstand
Robot Hub Transfer adressiert ein konkretes Problem: Viele kleine und mittlere Unternehmen am Oberrhein stehen vor der doppelten Herausforderung aus Fachkräftemangel und fehlenden Kompetenzen für Prozessautomatisierung. 2Ein Robotik-Hub für die KMUs am Oberrhein – Interreg Das Projekt bietet maßgeschneiderte Begleitung - von der Bedarfsanalyse über Pilotdemonstrationen bis zur Wissenvermittlung. Die EFRE-Förderung für Robot Hub Transfer beträgt 1,7 Millionen Euro. 1Robotics in Action: explore cross-border R&I in the Interreg Upper Rhine area
Zielgruppe sind insbesondere Fertigungs- und Logistikbetriebe, die Automatisierung bislang als zu komplex oder zu kapitalintensiv eingestuft haben. Die grenzüberschreitende Struktur des Projekts ermöglicht den Zugriff auf Forschungseinrichtungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz - ein Vorteil gegenüber rein nationalen Förderprogrammen.
Academie: Gegen den Fachkräftemangel in der Robotik
Robot Hub Academie setzt komplementär an der Qualifizierungsseite an. Mit 1,9 Millionen Euro EFRE-Mitteln zielt das Projekt darauf, Schüler, Studierende und Quereinsteiger für Robotik und Ingenieurberufe zu gewinnen. 1Robotics in Action: explore cross-border R&I in the Interreg Upper Rhine area Die Instrumente reichen von Schulbesuchen und Workshops über Summer Schools bis hin zu grenzüberschreitenden Wettbewerben. An den ersten Summer Schools nahmen über 170 Personen teil; im November 2025 fand die zweite Ausgabe der Upper Rhine Mobile Robotic Challenge statt. 3Die künftigen Robotik-Experten am Oberrhein ausbilden – Interreg
Besonders hervorzuheben ist der sogenannte "Roboter-Kompass" - ein in fünf Module gegliedertes Qualifizierungsformat, das grundlegende Kenntnisse in Sicherheit, Steuerung und Anwendung vermittelt und derzeit in die Testphase übergeht. 3Die künftigen Robotik-Experten am Oberrhein ausbilden – Interreg Gezielte Formate für junge Frauen sollen zudem die Diversität in technischen Berufen erhöhen. 1Robotics in Action: explore cross-border R&I in the Interreg Upper Rhine area
Einordnung: Was bringt grenzüberschreitende Förderung?
Das Programm Interreg Oberrhein verfügt in der Förderperiode 2021-2027 über insgesamt 125 Millionen Euro EFRE-Mittel für die trinationale Region. 4Finanzielle Mittelausstattung – Interreg Oberrhein Die Robot-Hub-Projekte machen mit 3,6 Millionen Euro nur einen kleinen Anteil daran aus - stehen aber exemplarisch für einen Förderansatz, der Technologietransfer und Qualifizierung verzahnt.
Für deutsche Industrieunternehmen, insbesondere KMU in Baden-Württemberg und der Pfalz, liegt der praktische Nutzen in der niedrigschwelligen Erprobung: Robotiklösungen lassen sich über die Projektinfrastruktur testen, bevor eigene Investitionen fließen. Gleichzeitig adressiert die Akademie-Komponente einen Engpass, den aktuelle Studien - etwa die Capgemini-Untersuchung zu Physical AI - branchenübergreifend als zentrales Hemmnis für die Skalierung von Robotik identifizieren.
Ausblick
Beide Projekte enden im Herbst 2026. Entscheidend wird sein, ob die aufgebauten Strukturen - Demonstrationslabore, Qualifizierungsmodule, grenzüberschreitende Netzwerke - über die Förderphase hinaus Bestand haben. Die Erfahrungen aus dem Oberrhein könnten als Blaupause für ähnliche Interreg-Initiativen in anderen europäischen Grenzregionen dienen, in denen KMU vor vergleichbaren Automatisierungshürden stehen.
Bild: Kevin Grieve / Unsplash

