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Infineon tritt NVIDIA-Ökosystem bei: 800-Volt-Gleichstrom soll KI-Rechenzentren effizienter machen

Infineon Technologies schließt sich dem NVIDIA MGX AI Factory Ecosystem an und liefert Leistungshalbleiter auf Basis von Siliziumkarbid und Galliumnitrid für die nächste Generation von KI-Rechenzentren. Im Zentrum steht der Übergang zu einer 800-Volt-Gleichstromarchitektur, die Umwandlungsverluste reduziert und höhere Rechenleistungsdichte ermöglicht.

Infineon tritt NVIDIA-Ökosystem bei: 800-Volt-Gleichstrom soll KI-Rechenzentren effizienter machenDominik Ferl / Unsplash

Infineon liefert Leistungshalbleiter für NVIDIAs KI-Infrastruktur

Infineon Technologies ist dem NVIDIA MGX AI Factory Ecosystem beigetreten. Der Münchner Halbleiterkonzern wird Stromversorgungslösungen für die modulare Serverplattform MGX und die zugehörige 800-Volt-Gleichstromarchitektur (800 VDC) bereitstellen. 1Infineon tritt dem NVIDIA MGX™ Ökosystem bei und treibt die Weiterentwicklung der Stromversorgungsarchitektur für KI-Server-Racks der nächsten Generation voran Damit positioniert sich Infineon als zentraler Zulieferer für die physische Infrastruktur hinter dem KI-Boom - ein Markt, der von den meisten Beobachtern bislang hinter den prominenteren Chip- und Softwareanbietern zurücktritt.

Die Partnerschaft ist keine rein symbolische Allianz. Infineon unterstützt die vollständige 800-VDC-Leistungsumwandlungskette - von der Rack-Einspeisung über eine Zwischenbusspannung bis hinunter zur Kernspannung am Prozessor. 1Infineon tritt dem NVIDIA MGX™ Ökosystem bei und treibt die Weiterentwicklung der Stromversorgungsarchitektur für KI-Server-Racks der nächsten Generation voran Das Ziel: weniger Umwandlungsstufen, weniger Verluste, mehr Rechenleistung pro Quadratmeter.

Warum 800 Volt Gleichstrom?

Der Treiber hinter dem Architekturwechsel ist schlicht der Energiehunger moderner KI-Systeme. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass Rechenzentren 2026 weltweit rund 1.000 Terawattstunden Strom verbrauchen - so viel wie ganz Japan. 2AI Data Centers: 1,000 TWh by 2026 – IEA Projection Allein 2025 stieg der Stromverbrauch von Rechenzentren um 17 Prozent, wobei KI-fokussierte Standorte noch schneller wuchsen. 3Data centre electricity use surged in 2025 – IEA

Bei herkömmlichen Architekturen durchläuft der Strom vom Netz bis zum Chip bis zu sechs Umwandlungsstufen. Jede Stufe verursacht Verluste von typischerweise 1 bis 3 Prozent. Die 800-VDC-Architektur eliminiert mehrere dieser Stufen, indem Gleichstrom auf hoher Spannungsebene direkt ans Serverboard geführt wird. Zudem sinkt der Kupferbedarf erheblich, da bei höherer Spannung geringere Ströme fließen - ein relevanter Kostenfaktor bei Kabelbäumen und Stromschienen. 4800VDC: Powering the future of AI data centers

Infineons technologische Rolle

Das Portfolio, das Infineon in die Partnerschaft einbringt, basiert auf drei Halbleitermaterialien: Silizium, Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Infineons GaN-basierte Leistungswandler arbeiten bei Schaltfrequenzen nahe 1 MHz, was besonders kompakte Bauformen bei hoher Effizienz ermöglicht. 1Infineon tritt dem NVIDIA MGX™ Ökosystem bei und treibt die Weiterentwicklung der Stromversorgungsarchitektur für KI-Server-Racks der nächsten Generation voran Die hauseigene SiC-JFET-Technologie kommt bei Schutz- und Hot-Swap-Funktionen zum Einsatz - kritisch für Server, die direkt am 800-VDC-Netz betrieben werden.

Adam White, Präsident der Division Power & Sensor Systems bei Infineon, betonte, das Unternehmen arbeite daran, "Stromversorgungssysteme vom Verteilnetz bis hin zum Prozessor neu zu definieren". 1Infineon tritt dem NVIDIA MGX™ Ökosystem bei und treibt die Weiterentwicklung der Stromversorgungsarchitektur für KI-Server-Racks der nächsten Generation voran

Einordnung für die Industrie

Für die deutsche Industrie ist die Nachricht in zweifacher Hinsicht relevant. Erstens: Infineon erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit etwa 57.000 Mitarbeitende. 1Infineon tritt dem NVIDIA MGX™ Ökosystem bei und treibt die Weiterentwicklung der Stromversorgungsarchitektur für KI-Server-Racks der nächsten Generation voran Eine stärkere Verankerung im KI-Infrastrukturmarkt diversifiziert die Umsatzbasis über die bisherigen Kernmärkte Automotive und Industrie hinaus.

Zweitens signalisiert der Schritt, dass die Hardware-Ebene von KI-Rechenzentren - Stromverteilung, Kühlung, physische Infrastruktur - zunehmend zum Engpass wird. Wer Server mit über 100 kW pro Rack betreiben will, braucht nicht nur leistungsfähige GPUs, sondern effiziente Leistungselektronik. Hier besitzt die deutsche Halbleiterindustrie mit ihren SiC- und GaN-Kompetenzen einen Wettbewerbsvorteil.

Ausblick

Die 800-VDC-Architektur befindet sich noch in der frühen Marktphase. NVIDIAs MGX-Plattform soll als offene Referenzarchitektur den Übergang beschleunigen - hybride Lösungen erlauben es, bestehende Infrastruktur schrittweise umzurüsten, statt komplett neu zu bauen. 1Infineon tritt dem NVIDIA MGX™ Ökosystem bei und treibt die Weiterentwicklung der Stromversorgungsarchitektur für KI-Server-Racks der nächsten Generation voran Ob sich der Standard branchenweit durchsetzt, hängt von der Verfügbarkeit kompatibler Komponenten und der Bereitschaft der Rechenzentrumsbetreiber ab, in neue Stromverteilungskonzepte zu investieren. Infineon hat sich mit dem Beitritt zum NVIDIA-Ökosystem frühzeitig positioniert - die Frage ist nun, ob die Nachfrage Schritt hält.


Bild: Dominik Ferl / Unsplash

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